Ernährung,  Gesundheit

{:de}Cholesterin und Arteriosklerose{:}{:en}Cholesterol and atherosclerosis{:}

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Was passiert bei einem hohen Cholesterinspiegel?

Nachdem wir uns im ersten Artikel über Cholesterin damit beschäftigt haben, was Cholesterin überhaupt ist, wozu unser Körper es braucht und wie er es herstellt, möchte ich in diesem Artikel näher auf die verheerenden Wirkungen von zu viel Cholesterin in unserem Körper eingehen.

Arteriosklerose

Europaweit, in den USA und allen Staaten der sogenannten entwickelten Welt ist Arteriosklerose, also Herz- und Kreislauferkrankungen, heute die Todesursache Nummer eins.[1]

Die Krankheit wurde von vielen lange als unvermeidbare Begleiterscheinung des Alterns gesehen. Sogar in altägyptischen Mumien wurden schon Gefässverengungen und –verkalkungen festgestellt.[2] Dass diese Krankheit mit der Ernährung zusammenhängen könnte, zeigte ein erstes grosses „Experiment“: der 2. Weltkrieg. Während der fünf Jahre, während denen der Krieg tobte und bis zu 50 Millionen Menschen betraf, ging die Einnahme von (tierischen) Fetten von 40-50% der Nahrungskalorien auf 25% herunter. Die Einnahme von Cholesterin reduzierte sich auf die Hälfte, von 600mg pro Tag auf 300mg pro Tag. Die Anzahl an koronaren Herzkrankheiten erreichte während des ersten Kriegsjahres ein Plateau, wonach sie sich um 30% verringerten. Nachdem der Krieg und damit die extremen Rationierungen von Nahrungsfetten und Nahrungsmitteln mit Cholesterin (ihr erinnert euch – Nahrungscholesterin ist nicht mit dem Blutcholesterin gleichzusetzen, es kann aber einen Einfluss haben) beendet war, erreichten und überflügelten Fett-, Protein- und Cholesterineinnahme ihr Vorkriegsniveau schnell, wie auch die Anzahl von Toden durch koronare Herzkrankheit.

Besonders in Norwegen kann dieser Zusammenhang sehr deutlich gesehen werden. Hier wurden sämtliche Nutztiere von den besetzenden Deutschen konfisziert, sodass die Norweger sich während dieser Zeit gezwungenermassen fast ausschliesslich von pflanzlichen Lebensmitteln wie Kartoffeln ernährten: [3]

norwegen2wk

Die obere Linie zeigt die Todesrate durch koronare Herzkrankheiten in Norwegen während der Kriegsjahre, während die untere Linie den tierischen Fettkonsum darstellt.

Arteriosklerose und Cholesterin

Arteriosklerose (arterio = Ader, skleros = hart) ist auch salopp als Gefässverkalkung oder –verhärtung bekannt. Der Beginn ist eigentlich ganz harmlos: eine winzige Verletzung der Arterieninnenwand. Ein Blutgefäss besteht aus mehreren Schichten, wovon die innerste die Intima genannt wird.[4] Bei einem ungefährlichen Cholesterinspiegel (wir werden noch sehen, was ungefährlich heisst), heilt die Intima schnell, wie bei einer ganz normalen Verletzung und nur eine kleine Narbe ohne weitere Konsequenzen bleibt zurück. Diese Verletzungen können verschiedenste Ursachen haben, wie eine Bewegung, Verletzungen oder sonstige physische Traumata, Viren oder auch Gifte. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass auch Bluthochdruck und ein hoher Fettgehalt des Blutes Ursachen sein könnten (hohe Triglyzeridwerte).[5]

Wenn der Blutcholesterinspiegel hoch genug ist, kommen die Cholesterin- und Lipidmoleküle mit den Zellen unter der ersten Schicht der Arterienwand in Berührung und können sich ablagern. Diese Zellen schwellen an und werden zu sogenannten Schaumzellen, die Cholesterin und Fett in sich aufnehmen. Diese Phase der Krankheit wird „fatty streak“ (fettige Schliere) genannt und ist noch umkehrbar, wenn nicht mehr Fett und Cholesterin hinzukommt. Die Schaumzellen haben eigentlich genug Kapazität, das Cholesterin und Fett zu verstoffwechseln. Bei fast allen Kindern in Amerika, die älter als 10 Jahre alt sind, sind schon solche fettige Schlieren  vorhanden. Tatsächlich können schon während der Schwangerschaft solche kleinen Verletzungen den Arterienwänden auftreten, wenn die Mutter einen hohen LDL Cholesterinspiegel hat.[6]

Das folgende Bild zeigt einen Querschnitt durch eine Ader, welche alle Stadien der Arteriosklerose aufweist. Sie ist ausserdem ein Querschnitt durch die Zeit; je weiter unten der Abschnitt der Ader ist, desto länger besteht die Krankheit schon und desto weiter ist sie fortgeschritten.

endo_dysfunction_athero

Wie ihr seht, entwickelt sich auch diese Krankheit, wie Krebs, über Jahre und Jahrzehnte hinweg.

Bleibt der Blutcholesterin- und Fettspiegel weiterhin zu hoch, sind die Schaumzellen irgendwann überfordert und platzen, wodurch ihr Inhalt sich innerhalb der Arterienwand verteilt und langsam verhärtet. Es sammeln sich nun immer mehr Cholesterin und Fettzellen in der Arterienwand an, bis sich dieses ganze Gebilde irgendwann verschliesst. Eigentlich kann man es fast als einen Pickel innerhalb der Blutbahn sehen. Igitt. Der Pulsschlag, der sich durch die Venen zieht hat jedoch einen ähnlichen Effekt darauf, wie 100‘000 Hammerschläge am Tag, vor allem bei hohem Blutdruck. Diese so genannten Plaques sind eine tickende Zeitbombe. Nicht nur verringern sie das Blutvolumen, das durch die Venen und Arterien fliessen kann, sondern sie können jederzeit aufbrechen, Blutklümpchen können sich daran formen und sie können sogar so gross werden, dass sie eine Ader komplett verschliessen und eventuell zum Platzen bringen. Die Folgen sind verheerend: Schlaganfälle, Herzinfarkte, Krampfadern, Thrombosen und viele weitere plötzlich oder schleichend auftretende Beschwerden.

arteriosklerose
Ein normales und ein teilweise blockiertes Blutgefäss

Die meisten von euch (auch ich), die über zehn Jahre alt sind, haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwo in unseren Adern einige betroffene Abschnitte. Es stellt sich also nicht die Frage, ob wir schon Arteriosklerose haben, sondern ob wir die schlimmen Konsequenzen verhindern und das Fortschreiten der Krankheit rückgängig machen wollen.

Werte und Beeinflussung des Cholesterinspiegels

Warum gibt es dann immer noch Seiten und auch Ärzte, die verunsichern, da ein „normaler“ Cholesterinspiegel nicht unbedingt vor einem Herzinfarkt schützt? Nun, vielleicht sollten wir uns die Normwerte einmal etwas genauer anschauen.

Forschungen weisen darauf hin, dass der Cholesterinspiegel eigentlich nie tief genug sein kann. Der sichere, ungefährliche Wert für das Gesamtblutcholesterin ist sehr wahrscheinlich 150 mg/dl oder darunter, der optimale LDL Wert liegt zwischen 50-70 mg/dl.[7]

Wenn man sich im Internet verschiedene Seiten zum Blutbild und den Blutwerten ansieht, erkennt man schnell, dass mit dem Normwert für Cholesterin etwas nicht ganz stimmen kann. Je nach Seite[8] verschiebt sich zwar die Untergrenze etwas (zwischen 120-140 mg/dl), die Obergrenze bewegt sich jedoch immer zwischen 200-250 mg/dl und nimmt bei höherem Alter sogar noch zu. Wenn dein Cholesterinwert also bei 200 ist, wird dein Arzt dir zwar noch sagen, dass alles im grünen Bereich ist, aber in einer Gesellschaft, in der es auch normal ist, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist normal vielleicht gar nicht so ungefährlich. Kein Wunder, schützt da ein „normaler“ Cholesterinwert nicht vor einem Herzinfarkt, wenn die Obergrenze eigentlich 150 mg/dl sein sollte!

Und, um den Kreis zu schliessen, was hat das jetzt alles mit den altägyptischen Mumien zu tun, warum hatten diese schon Arteriosklerose?[9] Die Altägypter lebten ja vorwiegend von komplexen Kohlehydraten wie Mais, Reis, Roggen, Kartoffeln, Früchten, sowie Gemüse. Eigentlich müsste das heissen, dass diese Lebensmittel den Fortschritt von Arteriosklerose begünstigen, wenn nicht sogar hervorrufen. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Mumien. Diese Art, sich zu ernähren war damals zwar normal, aber nur für die Bauern und Arbeiter. Diejenigen, welche überhaupt das Privileg hatten, sich mumifizieren lassen zu können, waren die Wohlhabenden und Reichen unter den Altägyptern. Hieroglyphen auf den Wänden von Tempeln zeigen, dass diese es sich leisten konnten, viel Rindfleisch, Schafe, Ziegen, Wild, Brot und Kuchen zu essen.[10] Auch die Opfergaben in den Gräbern, die den Adligen im Nachleben als Essen dienen sollten, waren zumeist Tiere. Haaranalysen[11] der Mumien zeigten, dass diese sich genauso ernährten, wie wir uns heute.

Quellen:

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What happens if you have high cholesterol?

After having discussed what cholesterol is, why our body needs it and how it is made in the last blogpost, today I want to tell you about the dire consequences of having too much cholesterol.

Atherosclerosis

In Europe, the USA and most of the so-called developed world, atherosclerosis is the number one cause of death.[1]

For a long time, coronary artery disease has been seen as an inevitable consequence of getting older. Hardening of the arteries has even been discovered in old Egyptian mummies. [2] The first big „experiment“, showing that the disease may have some ties to nutrition was the 2nd World War. During the five years of war and up to 50 million people affected, the dietary intake of fat dropped from 40-50% of daily calories to 25%. The intake of dietary cholesterol reduced by half, from 600mg per day to 300mg per day per person. First, the incident rate of coronary artery disease reached a plateau during the first year, but dropped in the subsequent years by 30%. After the war was over and the extreme rationings of dietary fats and foods with high amounts of cholesterol ended (but remember – dietary cholesterol is not the same as blood cholesterol, though it can have an effect), the intake of fat, protein and cholesterol quickly went back up and beyond to the pre-war levels, as did the death rates by coronary artery disease. We can see this correlation especially well in Norway, where the occupying Germans seized all livestock animals, so the Norwegians did have no other choice but to eat mostly plant-based. [3]

norwegen2wk

In this diagram, the above line shows the deaths by coronary artery disease during the years of war in Norwegia, the line below shows dietary fat intake.

Atherosclerosis and cholesterol

Atherosclerosis (also arteriosclerosis, arterio = artery, skleros = hard) is also known as “hardening of the arteries”. The beginning of the disease seems quite harmless: a small injury on the inside of an artery. A blood vessel consists of several layers, the innermost layer called the intima. [4] With safe cholesterol levels (we’ll see in a bit what a safe level means) the intima heals like any other wound and just a tiny scar is left behind with no consequence at all. A lot of things can cause these little injuries: movement, other injuries or physical trauma but also viruses or toxins. Newer research suggests that elevated blood pressure and high levels of fat in the blood (high triglycerides) could also play a role.[5]

If however, blood cholesterol is high enough, the cholesterol and other lipid molecules touch the cells under the artery wall and start to accumulate. These cells begin to swell up and become so-called foam cells that ingest cholesterol and fat. This phase of the disease is called “fatty streak” and still reversible, if no more cholesterol and fat is added into the bloodstream. The foam cells basically have enough capacity to digest some cholesterol and fat.

The following image shows a cross section of an artery in which all stages of atherosclerosis are present. It’s also a cross section through time, the further down a section, the older and further progressed the disease is.

endo_dysfunction_athero

As you can see, this disease develops, like cancer, over the years and decades.

If blood cholesterol and triglyceride levels stay elevated, the foam cells become overwhelmed and burst, relieving themselves of their fatty and cholesterol burden, which spread between the artery walls and slowly harden. More and more cholesterol and fat accumulates until this whole formation closes up. You could actually refer to it as a pimple inside your artery. Ewwwwww! The pulsation of the blood however has the same effect as 100,000 hammer-blows each day, especially with high blood pressure. These formations, called plaques, are a ticking time bomb. Not only do they reduce blood flow through arteries but they can break open any time, blood clots can form on them and they can become so big, they block the whole artery. The consequences are disastrous: strokes, heart attacks, varicose veins, thrombosis and many other sudden emerging health conditions.

arteriosklerose

Almost all children in the US above the age of 10 already have fatty streaks. Actually, these tiny lesions of the artery walls can even start as early as during pregnancy if the mother has high LDL cholesterol.[6] Most of you (like me) over ten years of age are very likely to already have diseased sections of our arteries somewhere in our body. The question is not if we already have atherosclerosis, but if we want to prevent the dire consequences and reverse the disease.

Blood cholesterol levels and influences

Why then are some sites and doctors still telling us confusing messages about blood cholesterol levels? Why do they say that “normal” levels don’t necessarily prevent a heart attack? Well, maybe we should take a closer look at these normal levels.

Decades of research suggest that blood cholesterol can never be too low. The safe, harmless value for overall blood cholesterol is very likely 150 mg/dL or lower, the optimum LDL value between 50-70 mg/dL.[7]

If you look at various sites online for information about blood work and blood levels, it becomes quite apparent that something about the norm values for cholesterol is a bit fishy. The lower limit varies a bit from site to site[8] (between 120-140 mg/dl) but the upper limit is always between 200-250 mg/dl and gets even higher with age. So if your cholesterol levels are 200, your doctor will tell you that everything looks normal. But in a society, where it’s normal to die of a heart attack, maybe normal isn’t where you want to be, or even safe. No wonder “normal” cholesterol levels don’t prevent heart attacks when the upper safe limit should be at 150 mg/dl!

To bring this blogpost full circle, what does this have to do with the old Egyptian mummies? Why did even them show signs of atherosclerosis? [9] The old Egyptians’ diet consisted of complex carbohydrates like corn, rice, rye, potatoes, fruits and vegetables. This should mean that these foods promote the progression of atherosclerosis, maybe even cause it, right? Well, let’s take a closer look at those mummies. This kind of diet was normal during those times –for farmers and workers. The people privileged to go through the costly process of mummification were the rich and famous of those times. Hieroglyphic scriptures on walls of temples show that these people were able to afford to eat lots of beef, sheep, goats, foal, bread and cakes.[10] The offerings in the tombs that were supposed to feed the noblemen and –women in the afterlife were mostly animal flesh. And lastly, hair analyses of the mummies show, that they ate the same foods as we do today.[11]

Sources:

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