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Krebs

Krebs

Nach Herz- Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland aber auch in der Schweiz. In vielen anderen westlichen Staaten sieht die Statistik nicht anders aus.

Fast jeder hat wohl jemanden in der Familie oder im nahen Umfeld an Krebs verloren. Meine Oma starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs, als ich sieben Jahre alt war. Einen Tag vor ihrem 66. Geburtstag. Viel zu früh. Mit ihr konnte man im Herbst immer durch die sorgfältig zusammengeharkten Laubhaufen rennen  und die Blätter herum kicken, sodass sie sich in den Haaren verfingen. Sehr zum Ungemach der Stadtreinigung.
Im Winter hat sie Stundenlang die Haare meiner Puppe mit einer kleinen pinken Barbie-Bürste sorgfältig entwirrt. Und überhaupt war sie mit ihrer Blechdose voller Süssigkeiten bei allen Nachbarskindern beliebt. Jeder, der an der Tür klingelte, durfte sich ein Bonbon oder einen Keks aussuchen. Wieviel Lebenszeit sie wohl noch gehabt hätte, wenn der Krebs nicht gewesen wäre? Wir werden es wohl nie wissen.

Aber wir können Fragen stellen und Antworten suchen. Nach den Ursachen von Krebs, wie er behandelt werden kann und wie man ihn verhindern kann .

Was ist Krebs überhaupt?

Jede einzelne unserer Körperzellen hat ein bestimmtes „Haltbarkeitsdatum“. Danach stirbt sie normalerweise ab. Diesen Prozess nennt man Apoptose und ist eine Art vorprogrammierter Zelltod, der beispielsweise auch einsetzt, wenn zu viel Erbgut innerhalb einer Zelle beschädigt wurde. Dies ist ein natürlicher Teil des Zellstoffwechsels, wodurch die Schädigung der benachbarten Zellen verhindert wird. Wenn dieser Mechanismus nicht mehr richtig funktioniert, kann unter anderem Krebs entstehen.

Onkogene nennt man die mutierten Gene, die dafür verantwortlich sind, dass Krebs entstehen kann (Onkogen heisst wörtlich übersetzt Krebs-Gen. Wer Krebs hat, muss zum Onkologen, dem Arzt, der sich auf Krebserkrankungen spezialisiert hat). Meist waren dies zuvor Gene, welche das Zellwachstum und deren Apoptose gesteuert haben, aber durch verschiedene Einflüsse geschädigt wurden und nun genau das Gegenteil bewirken. Die Zelle ist krank, stirbt aber nicht mehr ab und bedroht so benachbarte Zellen. Eine einzelne Mutation ist jedoch glücklicherweise dafür meist kaum ausreichend, dass Krebs entstehen kann. Es müssen schon mehrere Genmutationen stattgefunden haben, oder überdurchschnittlich viele Onkogene vorhanden sein, damit diese die Krankheit begünstigen. Es kann viele Faktoren geben, die diese Genmutationen auslösen. Solche Mutationen werden durch verschiedenste Umwelteinflüsse hervorgerufen. Beispielsweise Rauchen, Konsum von rotem Fleisch (siehe dazu meinen Blogeintrag), Pestizide, Vireninfektionen, radioaktive Strahlung und alles, was die Mitose, also das Zellwachstum, anregt (bestimmte Hormone, chronische Verletzungen, Entzündungsagenten wie freie Radikale, Chemikalien, Viren).

Krebs beginnt mit nur einer Zelle. Diese verdoppelt sich in durchschnittlich 100 Tagen. Nach weiteren 100 Tagen sind es schon 4 Zellen, die einfach nicht einsehen wollen, dass ihre Zeit gekommen ist. Es dauert jedoch bei dieser langsamen Wachstumsrate ungefähr 10 Jahre, bis der Krebs überhaupt festgestellt werden kann. Das ist eine lange Zeit, in der viele tausend Mutationen in den Krebszellen stattgefunden haben können, die alle dazu beitragen, dass der Krebs sich weiter ausbreitet, seine Widerstandsfähigkeit gegen Krebsbehandlungen erhöht und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls nach einer vermeintlich erfolgreichen Therapie vergrössert.

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Wie kann man Krebs behandeln?

Wenn Krebs erst mal „ausgebrochen“ ist, obwohl man nach 10 Jahren wohl kaum noch von „ausbrechen“ sprechen kann, wird meist erst einmal eine Biopsie vorgenommen. Hierbei wird eine kleine Probe des vermutlichen Tumors entfernt, um diese im Labor auf ihre Bösartigkeit zu überprüfen. Bei einer Lymphadenektomie werden nur der Tumor und die benachbarten Lymphknoten entfernt. Je nach Art und Ort des Tumors können dann weitere Teile des umliegenden Gewebes entfernt werden (beispielsweise werden bei einer Mastektomie die Brüste entfernt). Je nach Art des Krebses werden verschiedene weitere Behandlungen vorgenommen. Hierunter fallen unter anderem Strahlentherapie, Medikamententherapie, Hyperthermie (Aufheizen der betroffenen Gewebe), Elektro-Chemotherapie aber auch palliative Massnahmen, die bei Krebsarten ohne Heilungschancen eingesetzt werden.

Krebs ist eigentlich nur ein Symptom. Er kann sich auf verschiedene Arten entwickeln, in unterschiedlichen Teilen des Körpers auftreten und muss dementsprechend immer anders behandelt werden. Meist wird zu operativen Eingriffen zusätzlich mit einer Chemotherapie behandelt. Jedoch ist ein enttäuschendes und gut untersuchtes Ergebnis vieler Forschungen, dass, obwohl sich die Behandlungsmethoden immer weiter verbessern, sich an der Todesrate beispielsweise von Brustkrebs in den letzten 75 Jahren kaum etwas geändert hat. Ein weiterer interessanter Befund ist, dass 80% der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, 20 Jahre nach der Diagnose tot sind. 88% davon sterben am Brustkrebs. Unabhängig davon, welche Behandlungsmethoden angewendet wurden. Sollte man bei dieser hohen Todesrate nicht die Behandlungsmethoden überdenken und die am wenigsten invasiven Methoden anwenden?

Krebszellen stammen alle von einer einzelnen Urzelle ab und sind Klone voneinander. Sie sind jedoch nicht mehr genetisch identisch. Während der Tumor sich entwickelt, entwickeln sich auch weitere Mutationen, sozusagen unterschiedliche „Subklone“ mit verschiedenen Bosheitsgraden und Wahrscheinlichkeiten zur Metastasenentwicklung, Empfindlichkeit gegenüber Antikrebs-Medikamenten und der Veranlagung eines Rückfalls nach einer augenscheinlich erfolgreichen Behandlung. Dies sollte Anlass sein, die Chemotherapie noch einmal zu überdenken. Sie mag vielleicht dominante Subklone auslöschen, jedoch gibt es Beweise, dass dadurch ein selektiver Druck zu überleben auf die Tumorzellen ausgeübt wird, wodurch diejenigen vorerst weniger bösartigen Subklone überleben, welche resistent  gegen die Chemotherapie sind. Ausserdem sind die meisten chemotherapeutischen Medikamente selber DNA-schädigend. Ganz zu schweigen davon, dass sie das Immunsystem unterdrücken und der Körper sich somit noch weniger gegen die Krankheit wehren kann. Es werden zwar einige Tumore durch die Chemotherapie ausgelöscht, aber die Mutationsrate in den noch vorhandenen Krebszellen und die Rückfallwahrscheinlichkeit erhöht, wodurch die überlebenden Krebszellen dann umso bösartiger und behandlungsresistenter sind.

Die meisten Krebsarten, die sich als eine solide Masse manifestieren, haben ähnliche Eigenschaften. Obwohl sie verschiedene Ursachen in der Umwelt haben können, sind alle bei der Diagnose schon weit fortgeschritten und die Überlebensrate wird durch die verschiedenen Therapieformen kaum, wenn überhaupt, beeinflusst.

Was hilft denn jetzt gegen Krebs?

Die Amerikanische Krebsgesellschaft publizierte Anfangs 2015 in ihrer Ernährungsempfehlung, dass Krebspatienten eine „umsichtige Kost“ zu sich nehmen sollen, eine vor allem pflanzenbasierte Ernährung mit einem hohen Früchte-, Gemüse- und Vollkornanteil und möglichst wenig rotes und verarbeitetes Fleisch, verarbeitete Getreide (z.B. Weissmehl) und Zucker.

Brust-, Darm- und Prostatakrebs werden durch die westliche Ernährung verursacht und eine gesunde Ernährung verlangsamt und/oder stoppt das weitere Krebswachstum. Auch, wenn der Krebs schon ausgebrochen bzw. diagnostiziert ist, kann eine gesunde, vollwertige und pflanzenbasierte Ernährungsweise das Wachstum hemmen und den Tumor sogar zurückbilden.

Quellen:

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