Ernährung,  Gesundheit

Krebskontrolle durch Ernährung

Krebswachstum durch Ernährung kontrollieren?

Von Käs‘ und Maus

Wie soll das denn nun gehen, das Tumorwachstum durch die Ernährung zu kontrollieren oder sogar zurück zu bilden? Einer der ersten, der dazu umfassende Forschungen betrieben und beschrieben hat, ist der Autor des Buches „The China Study“ (siehe Quellen), Dr. T. Colin Campbell. Er unterscheidet beim Krebswachstum drei Stadien (siehe „The China Study“, S. 48-51):

  • Karzinogene spielen die Hauptrolle bei der Initiation, beispielsweise Aflatoxin (ein Pilzgift, das auf schimmligen Erdnüssen oder Mais zu finden ist). Die Karzionogene tragen zu DNA-Mutationen in den Zellen bei, wodurch Krebs entstehen kann (siehe Blogpost zu Krebs).
  • Bei der Promotion wachsen die mutierten Zellen weiter, bis der Krebs diagnostizierbar wird. Dies ist das wichtigste Stadium für die Intervention durch die Ernährung. Denn die Promotion des Krebswachstums ist reversibel, je nachdem, ob dem Krebs das richtige „Futter“, um weiter wachsen zu können zur Verfügung gestellt wird.
  • Progression ist Krebs im Endstadium, der Metastasen gebildet hat und meist tödlich endet.

In Studien mit Ratten und Mäusen konnten Dr. T. Colin Campbell und seine Mitforscher zeigen, dass das Krebswachstum in der Promotionsphase bei diesen Nagetieren gestoppt wurde, wenn ihnen weniger tierische Proteine (Casein – das Milchprotein) verfüttert wurde. Den Tieren wurde Aflatoxin zur Initiation verabreicht und dann Futter mit verschiedenen Proteinniveaus gegeben. Und zwar auf einem normalen Niveau, auf dem auch wir Menschen unsere Nahrung zusammenstellen, nämlich zwischen 5% und 20% der täglichen Kalorienmenge. Wenn bei den Tieren 5% ihrer täglichen Kalorien von tierischen Proteinen stammten, hörten bei praktisch allen (!) das Krebswachstum auf. Sobald jedoch 20% ihrer Nahrung aus Proteinen bestand, wuchsen die Krebszellen fleissig weiter. Die Forscher konnten so das Fortschreiten der Krankheit regelrecht an- und abschalten. Wenn sie das gleiche nochmals mit Pflanzen- oder Sojaproteinen versuchten, erreichten sie praktisch keinen Effekt. Die Dosis des Initiationsgiftes Aflatoxin war irrelevant (wer hierzu mehr lesen möchte, dem kann ich das Buch „The China Study“ oder auf Deutsch „Die China Studie“ von Dr. T. Colin Campbell nur ans Herz legen – siehe Quellenangaben).

Sind diese Ergebnisse denn überhaupt auf den Menschen übertragbar? Jein. Auf jeden Fall gab es durch diese Forschungen ausreichend Hinweise, dass diese Effekte sehr wahrscheinlich mit denen auf Menschen vergleichbar sind. Ratten haben einen ähnlichen Bedarf an täglichem Eiweiss, wie der Mensch. Ausserdem waren die Ergebnisse Spezies übergreifend (bei Ratten und Mäusen) und bei verschiedenen Krebsarten und verschiedenen Initiationsagenten konsistent. Wobei die Mechanismen, welche bei beiden Tieren zum Tumorwachstum beitragen, durchs Band sehr ähnlich sind. Dies weist darauf hin, dass diese Befunde zumindest qualitativ auch auf den Menschen übertragbar sind. Für Dr. Campbell waren die äusserst konsistenten Ergebnisse dieser Studien jedenfalls einer der Hauptanreize, den Einfluss der Ernährung auf Krebserkrankungen auch beim Menschen weiter zu erforschen. Letzten Endes konnte er die in der China Studie bestätigen. Seither gab es viele weitere Experimente und Studien zu den verschiedensten Krebsarten und deren Auslösern. Allen Ergebnissen ist gemeinsam, dass eine vollwertige und pflanzliche Ernährung mit so wenig Ölen und verarbeiteten Lebensmitteln wie möglich die gesündeste Art, sich zu ernähren ist, Krebs und andere Zivilisationskrankheiten vorbeugt, Krebswachstum stagniert und sogar rückbildet.

Was heisst das nun für den Menschen? Was kann man tun?

In den letzten 40 Jahren gab es kaum eine Verbesserung der Überlebensrate bei Krebspatienten laut der Krebsstatistik 2015. Dr. John McDougall, ein amerikanischer Arzt und Pionier auf dem Gebiet der Interventionstherapie durch Ernährung bei vielen Krankheiten, sagt, dass vor allem tierische und pflanzliche Öle und Fette das Krebswachstum begünstigen. Laut seinen Forschungen könnten pflanzliche Öle sogar krebsfördernder sein, als tierische wie Butter und Schmalz. Öle sind hochverarbeitete Lebensmittel, denen so gut wie alle Nährstoffe entzogen worden sind, bis auf das Fett. Dadurch sind sie sehr ungesund und auf sie sollte, wenn irgend möglich, weitestgehend verzichtet werden.

Aber, ob es jetzt die Öle, Fette oder die tierischen Proteine sind, welche das Krebswachstum begünstigen, eine gute und gesunde Ernährungsweise fördert auf jeden Fall die „spontane Regression“ der Krankheit. Schon Dr. T. Colin Campbell hat in seinem Buch durch viele Studien und Analysen bemerkt, dass die Krebsrate je nach Weltregion und den lokalen Ernährungsgewohnheiten sehr variiert. In China und Japan, wo die Bevölkerung eine stark Reisbasierte Ernährung mit viel Gemüse und Früchte pflegten (dies hat sich leider von den 70-er Jahren, in denen viele dieser Studien stattfanden, bis heute stark verändert, da die westliche Lebensweise und dadurch auch die Essgewohnheiten immer mehr Bedeutung in asiatischen Ländern gewinnen), gab es so gut wie keine Krebserkrankungen. Sobald jedoch eine Person aus diesen Ländern nach Amerika oder Europa auswanderte und die dortigen Essgewohnheiten übernahm, stieg die Krebsgefahr auf das Niveau des Einwanderungslandes. Dies ist beispielsweise auch bei Lateinamerikanern der Fall, jedoch, wenn diese die traditionelle Ernährung beibehalten (sehr viel mehr Bohnen und andere Hülsenfrüchte), leben sie länger und erkranken weniger oft an Krebs, obwohl sie sehr viel schlechtere Bildungschancen und meist gar keine Krankenversicherung haben.

Also, was kann man tun, wenn man schon Krebs hat oder vorbeugen möchte? „Hört auf, Öl (ha!) ins Feuer zu giessen!“, meint Dr. McDougall wiederholt in vielen seiner Artikel und Webinaren (online oder Web–Seminaren). Bei einer schlechten Ernährungsweise verringert sich nämlich die Zeit, in der Krebszellen sich verdoppeln, bei einer guten Ernährung verlängert sie sich. Im Schnitt verdoppeln sich die Krebszellen alle 100 Tage. Bei einer ungesunden Ernährung kann die Verdopplungsrate jedoch beispielsweise bei 28 Tagen liegen, bei einer gesunden Ernährung bei 300 Tagen. Das ist das Ziel der Krebsbehandlung durch eine Ernährungsumstellung; das Immunsystem so zu verbessern, dass es selber die Krebszellen loswird. Schon nach nur 14 Tagen gesunder Ernährung und Bewegung vervielfacht sich die Fähigkeit des Blutes von Frauen mit Brustkrebs, die Krebszellen zu zerstören. Denn der Körper hört nie auf, sich selbst heilen zu wollen.

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Maus und Käse – vielleicht doch keine so gute Idee?

Warum hilft eine pflanzenbasierte Ernährung?

Die Hauptverdächtigen, das Krebswachstum zu beschleunigen, sind die tierischen Proteine wie Fleisch, Eiweisse und Milchproteine, welche das Level von IGF-1 in unserem Körper erhöht. IGF-1 ist der insulinähnliche Wachstumsfaktor 1 (insulin-like growth factor 1), ein Krebsförderndes Wachstumshormon, das bei der Aneignung und Entwicklung von bösartigen Tumoren beteiligt ist. Wenn man Krebspatienten auf eine pflanzenbasierte Ernährung umstellt, geht das Krebswachstum zurück und die Rate der absterbenden Krebszellen schiesst hoch. Und was passiert wohl, wenn man danach nur IGF-1 verabreicht, ohne in der Ernährung wieder tierische Proteine aufzunehmen? Der positive Effekt der Ernährung und Bewegung verschwindet gänzlich. Es ist, als ob man nie angefangen hätte, sich gesund zu ernähren.

Wie sieht aber der Effekt der gesunden Ernährung aus, wie viel höher ist denn das Krebserkrankungsrisiko von Menschen, welche sich von vielen Eiweissen ernähren? Männer und Frauen mittleren Alters, die viel Protein zu sich nahmen hatten eine 75% erhöhte generelle Mortalität und ein vierfach erhöhtes Risiko, an Krebs zu sterben. Vergleichbar mit dem Krebsrisiko von Rauchern. Jedoch trugen nicht alle Arten von Eiweiss zur Krebsentwicklung bei, nur die tierischen hatten einen solchen Effekt. Logischerweise, da nur diese den IGF-1 Spiegel erhöhen.

Besonders viel pflanzliches Eiweiss steckt in Hülsenfrüchten - also Bohnen, Erbsen, Linsen, etc.
Besonders viel pflanzliches Eiweiss steckt in Hülsenfrüchten – also Bohnen, Erbsen, Linsen, etc.

Quellen und weitere Informationen:

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