verschiedenförmige Würfel
Kurzgeschichten,  Rollenspiel

Yara 36 – Ringelpietz mit Zeittotschlagen

Am nächsten Morgen trafen wir uns im Gymnasium. Es schien zwar mittagshell zu sein, aber die Uhr dort zeigte auf neun. Da Eules Date erst zur Mittagszeit stattfinden sollte, war noch genug Zeit, uns in der Halle der Aufzeichnungen ein wenig schlau zu machen. Auf dem Weg dahin kamen wir wieder an dem Erfinderladen vorbei, der gestern noch geschlossen war. Heute war er geöffnet.
Im Laden waren viele komische Konstrukte zu sehen. Von fingerhutklein bis pferdegross war alles mit dabei. Viele Dinge waren sogar aus Holz. Ein Zwerg mit einer sehr eigenartigen Brillenkonstruktion mit vielen unterschiedlich grossen Linsen schraubte an einem Holzgebilde, das wie ein Löwe aussah.
Cinar schob Tappser auf den Zwerg zu.
«Ähhhhhh hallo…», versuchte es Tappser.
Der Zwerg hob den Kopf, als hätte er uns jetzt erst bemerkt und schob die Brillenkonstruktion hoch auf seinen Kopf.
«Hallo, hallo wie kann ich behilflich sein? Schaut euch nur um in meinem Erfinderlädchen, ich habe viele Dinge hier, von denen nur ich weiss, wie sie funktionieren», und flüsternd hängte er noch hintenan: «aber deswegen sind sie gut! Ich habe allerdings keine Schlüssel erfunden, falls ihr so etwas sucht.»
«Aber vielleicht könntet ihr etwas erfinden, das zu einem Schlüssel die passende Tür und das Ziel finden kann.»
«Nun, so gut ist meine Erfinderkunst wohl auch nicht. Das erfordert eine spezielle Expertise. Fragt besser einen Gnom.»
«Ich kann das auch nicht!», warf ich schnell ein, bevor alle mich anstarren konnten.
Ich sah mir eine kleine fingerhutgrosse Erfindung etwas genauer an.
«Oh, das ist eine lange zurückliegende Erfindung!», freute sich der Zwerg über mein Interesse.
Das Ding sah aus, wie eine kleine Spinne mit vier Beinen, die einen etwa münzgrossen Teller trug.
«Nun äh… dieses Konstrukt – also hätte ich den passenden Zauber – aber die Idee dahinter ist genial! – würde dir Zuckerwürfel für deinen Tee bringen!», strahlte der Erfinder stolz.
«Hm, so einen Zauber kenne ich nicht.», bedauerte ich.
«Ach schade, das wäre auch zu schön gewesen, die Erfindung endlich ihrem Zweck zuführen zu können.»
«Was ist das denn für ein Löwe?»
«Ach das… das ist ein ähnliches Konzept wie das Zuckerspinnenkonstruktobjekt, nur, dass es ohne Zauber funktionieren wird. Das ist ein Löwe, der sich bewegen kann, indem man ihn zum Beispiel an eine Kutsche anschliesst. Das geht vorne oder hinten oder seitlich oder auch obendrüber.»
«Kann er die Kutsche auch ziehen?», fragte Tappser etwas verständnislos.
«Hmmmmmmmmm… nein. Aber er wird über die Kutsche angetrieben, beziehungsweise über das Rad der Kutsche… und die Kurbelwelle überträgt die Kraft… und die Zahnräder im Inneren fangen dann an zu drehen… Kraftübertragung… Motionswellen…», und er verlor sich in den mechanischen Details des Geräts.
Wir waren alle relativ schnell aus der wissenschaftlichen Abhandlung ausgestiegen.
«…der ist aber unverkäuflich, der soll auf der Parade mitlaufen.», schloss er seinen Monolog.
«Parade?», fragten Tappser und ich wie aus einem Mund.
«Nun, die Parade der Society of Sensation Ende des Monats. Alle sechs Monate findet so eine statt und man läuft, bis man wieder da ankommt, wo man gestartet ist. Einmal durch ganz Sigil.»
«Auch durch die gefährlichen Bezirke?», wollte ich wissen.
«Auch durch die gefährlichen Bezirke. Aber der Hive ist ja eigentlich gar nicht so gefährlich.»
«Nun, die Schildkröte hat aber gesagt…»
«Jahaaa wenn ihr mit einer Schildkröte geredet habt – die hat ja auch ihren ganzen Hausrat in ihrem Panzer dabei, da gibt’s eben viel zu stehlen.»
Hm. Ich sah mir die anderen Maschinerien nochmals an. Aber so sehr ich mich auch bemühte, deren Funktionen zu ergründen, es schien nichts Hilfreiches für unsere jetztige Situation zu geben.
«Wie heisst ihr eigentlich?», fragte ich den Zwerg dann.
«Xanist!», verkündete er stolz.
«Nun, wir müssten uns langsam wieder auf den Weg machen…», brachte Tappser das Gespräch zu Ende.
«Hat mich sehr gefreut! Und wenn ihr einen Magier findet, der den richtigen Zauber für meine Zuckerholmaschine hat, würde ich euch natürlich entlohnen!»
Das war mal ein Versprechen! An (viel) Geld zu kommen war hier schliesslich nicht ganz einfach.

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Die Halle der Aufzeichnungen war umgeben von einer Mauer. In deren Mitte stand ein gigantisches Turmgebilde. Eule und ich hörten auch Vogelgezwitscher und man konnte Natur riechen. Es roch ähnlich wie im Wald aber doch… aufgeräumter. Nicht, wie eine richtige Wildnis mit Moos und Harz und Nadeln und verfaulenden Blättern aber doch nach Blumen und Rasen.
Hinter der Mauer betraten wir einen ziemlich imposanten Park, es schien verschiedene topographische Gebiete innerhalb der Mauern zu geben. Ein Teil war eher ein Landschaftsgarten, ein anderer hatte Pflanzen von der Schwertküste aber es gab auch viele Pflanzen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen (oder davon gelesen hatte). Vermutlich waren die von anderen Planes. In einer Ecke sprossen mannshohe Pilze aus dem Boden und es liefen Vögel herum, die wie kleine Raptoren aussahen.
Über dem Zugang zum Turm stand «Halle der Aufzeichnungen» in grossen Lettern geschrieben.
Als wir hineinkamen sahen wir einen einzigen grossen Raum an dessen Wände Tafeln aus Eisen entlangliefen. Bei näherer Betrachtung sah ich, dass die Tafeln wie an einem Fliessband aufgehängt waren (wie in Sundabar, dort wurde auch vieles auf Metalltafeln statt Papier geschrieben). In der Mitte des Raumes war eine lange Röhre, die nach oben verlief und um diese Röhre herum standen Individuen unterschiedlicher Rassen. Es war wieder ein Warforged dabei aber auch Dragonborn und Menschen.
Tappser ging auf eine Tieflingsdame zu und sprach sie an.
«Wir haben gehört, dass man hier an viele Informationen kommen kann?», wie subtil!
«Ja, in der Halle der Aufzeichnungen sind alle Informationen Sigil betreffend gespeichert.»
«Auch Informationen zu Personen?»
«Ja, wir führen auch auch ein Einwohnermelderegister, beziehungsweise eine Liste aller Personen, die mit Sigil in Verbindung stehen.»
«Was könnt ihr mir zu Ismir sagen?»
«Ich sehe nach», und sie drehte sich zur Säule um, hielt ihre Hand darauf und schloss die Augen. Kurz darauf tat sich eine kleine Öffnung auf und eine Metallkarte fiel in ihre Hand.
«Boahhh wie hast du das gemacht?», rief ich erstaunt aus.
Sie ignorierte mich gekonnt und las, was auf der Karte stand:
«Nun, über Ismir ist wenig bekannt. Es gibt ein Tor in seinem Turm, scheinbar liegt dieser im Evermoor. Und dieses Tor, diese Tür führt hierher. Über eine Tür, die dahin zurückführt steht nichts verzeichnet. Der Zauberer scheint hier nie unterwegs gewesen zu sein.»
«Habt ihr Informationen zu Portalen nach Faerûn, spezifischer, nach Evermoor?»
«Nunja… die hätte ich, aber diese Informationen sind unter Verschluss. Ihr müsstet gegebenenfalls eine Genehmigung beantragen. Dafür braucht ihr aber einen triftigen Grund. Dann könnt ihr in der Hall of Speakers die nötigen Anträge einreichen. Formular 31a7, wenn ihr es genau wissen wollt.»
«Triftige Gründe?», wunderte sich Cinar.
«Mutmasslich wichtige Aufträge für Fraktionen oder wenn man zu den höchsten 1% unserer Gesellschaft gehört.»
«Warum sind diese Infos denn unter Verschluss?», fragte ich.
«Weil es durchaus zu Chaos kommen könnte, wenn alle Türen öffentlich bekannt würden. Zu manchen Türen sollte wohl besser niemand reisen, zu anderen würden gerne viele reisen, sollten es aber nicht tun, um die Gegenseite nicht zu überlasten. Ausserdem sollte damit verhindert werden, dass Sigil als Sprungbrett oder Abkürzung missbraucht wird.»
Tappser stellte noch eine Frage zu Eleanore, doch auch diese Informationen waren unter Verschluss, weil er nicht verwandt oder verschwägert mit ihr war. Cinar wollte Näheres zu den Konflikten zwischen den Fraktionen wissen.
«Die Lage ist momentan angespannter als sonst, zwischen vielen Fraktionen. Einige haben scheinbar ihre Factole verloren und das in kurzer Zeit macht schon etwas misstrauisch. Aber ihr könnt mir glauben, es gibt keinen Grund sich Sorgen zu machen. Im Endeffekt ist die Stadt sicher.»
Also ganz so sicher war ich mir da persönlich nicht, nach allem was wir gestern Abend miterlebt hatten.
«Gehört ihr auch einer Fraktion an?», wollte ich deshalb wissen.
«Ja, ich bin eine Fated. Die Halle der Aufzeichnungen ist unser Hauptquartier.»
«Wie lange seid ihr denn schon in Sigil?»
«Ich bin hier geboren. Aber meine Mutter kam damals von ausserhalb.»
Einer Eingebung folgend wollte Tappser wissen, ob die Tieflingsdame zufälligerweise einen Magier kenne, der kleine Maschinen zum Leben erwecken konnte.
«Ich kenne jetzt persönlich keinen, aber im Tempeldistrikt gibt es viele Magier.»
«Könnt ihr mir dann erklären, wie die Magie hier überhaupt funktioniert?»
Sie seufzte, «da kenne ich mich zu wenige aus. Mit solchen Fragen seid ihr in der Halle der Informationen besser aufgehoben. Behördliche Gänge können übrigens dort auch automatisiert ausgeführt werden.»
Also dafür, dass hier alles Mögliche über Sigil verzeichnet sein sollte, konnte uns die Dame herzlich wenig sagen. Sie erinnerte mich allerdings schmerzlich an unsere ehemalige Mitstreiterin Tara.
Nach einem kleinen Schwatz verabschiedeten wir uns dann von ihr und gingen zum Treffpunkt, den Melt Eule gestern beschrieben hatte. Er war günstigerweise im Park um die Halle der Aufzeichnungen.

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Ein wenig Zeit hatten wir noch, also setzten wir uns in den Park und assen von unseren mitgebrachten Rationen.
Eule machte sich unterdessen mit der Natur vertraut. Sie vertrieb einige Eichhörnchen von einem Baum und setzte sich triumphierend darauf. Silvie sprang von meiner Schulter und tat so, als würde sie die vertriebenen Eichhörnchen ausschimpfen.
Irgendwann war es an der Zeit, dass Eule sich mit Melt treffen sollte. Wir gingen zu einem der Eingangstore zum Park, wo Melt auch schon ankam.
«Hallo hallo, ihr seid ja schon alle versammelt! Wartet ihr schon lange?»
«Nein, nur ein bisschen», Eule war aber extrem höflich heute.
«Wir haben uns gut beschäftigt», meinte auch Cinar.
«Ach, dann habt ihr euch schon ein wenig umgesehen hier im Park, soll ich dich herumführen?», fragte er an Eule gewandt und heftete sich an sie.
Tappser schlug vor, dass wir die beiden eigentlich auch sich selbst überlassen und uns später wieder im Gymnasium treffen können. Ob er dabei Hintergedanken hatte, als er mir die Nachbarin von Eleonore vorstellen wollte? Aber als er von ihrem grossen Garten erzählte war ich schon überzeugt.

Auf dem Weg zum Gymnasium fingen Cinar und Tappser mal wieder eine ihrer Streitereien an. Cinar solle sich doch da hinsetzen und ein Buch suchen, wenn er nicht mitkommen wolle. Tappser und ich könnten ja weiter zu Eleanore und deren Nachbarin. Cinar fühlte sich abgeschoben, wie ein Kind, das man in einen Hort gab, damit die Eltern in Ruhe einkaufen gehen konnten.
«Ein Raum mit bunten Bällen, da kommt der Cinar rein, da kann man ihn nicht mehr sehen und hört ihn auch nicht schreien», dichtete Tappser provozierend vor sich hin.
Das wollte Cinar wohl nicht mehr auf sich sitzen lassen und gab Tappser einen Klaps auf den Hinterkopf. Und schon prügelten sich die beiden wieder.
Irgendwie kamen wir doch voran zum Gymnasium, nachdem Cinar und Tappser sich geeinigt hatten, dass Cinar doch ins Edelviertel mitkommen wollte. Doch bevor wir das Hauptquartier des Transcendent Order betreten konnten, kam eine schwarzhaarige, ungefähr 1.68,5m grosse Frau herausgestolpert.
«Gesucht hab ich euch!», rief sie und zeigte auf uns.
Cinar hielt sich die Augen zu: «Ich bin gar nicht da.»
«Gesucht ich hab euch», wiederholte die Frau. «Und euer Dragonborn wo ist?»
«Eule ist gerade im Park», antwortete ich, zu perplex um viel nachzudenken.
«Warum sucht ihr Eule?»
«Suchen ich euch alle, mutige Helden die helfen ich suche.»
«Warum?»
«Hmmmm, najaaaaaa, so ich sagen nicht viel kann, aber Fraktion meine Hilfe durchaus brauchen, mutige Helden euch-«
«Welche Fraktion?», unterbrach sie Cinar.
«Ach, einfach, das Saositekts?», ich war mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden hatte.
«Kenn ich nicht, wer sind die denn?», Cinar wohl auch nicht.
«Verteilt stadtüber wir sind. Verwechseln nicht! Anarchisten wir nicht sind!»
«Nicht die Free League?»
«Nein»
«Xaozitects wir in Gruppen kleine sind. Schönheit und alles dem Chaos», ich könnte schwören, dass sie den Namen der Fraktion jedes Mal anders aussprach.
«Ahaa, Schönheit des Chaos», Cinar hatte es wohl auch aufgegeben, den Sinn aus dem Kuddlmuddl zu ergründen.
«Ja, Durcheinander! Besser! Nicht wenn aufgeräumt. Ich entschudige, mich vorstellen, Yaxis ich sein.»
«Yara»
«Woher wisst ihr von uns?» – Tappser und ich gleichzeitig.
«Ich gestern Taverne Abend kämpfen sehen! Retten kleiner Mann!»
«Aber Spragg war doch von einer anderen Fraktion?»
«Ich nicht wissen, wer kleiner Mann. Ich nur helfen. Wir suchen Helden mutige.»
«Und was ist die Aufgabe?»
«Ah! Punkt gekommen nun!», sie hob den Zeigefinger und reichte uns einen Brief, der mit einem Siegel verschlossen war. Darin schien eine Münze oder sowas zu sein.
«Sehen wieder später vielleicht», endete sie geheimnisvoll und war dann hüpf-rennend verschwunden.
«Sollten wir da mitlaufen?», fragte sich Cinar.
«Nö»
«Wir sollten vielleicht später mit Eule darüber reden, bevor wir jetzt den Brief aufmachen», wandte Tappser ein. Das klang vernünftig.

Bild von Felix Lichtenfeld auf Pixabay

Bevor wir vor Lady Eleanores Haus ankamen, konnte man schon das Gewächshaus sehen. Palmen und Bananenpflanzen ragten bis zur hohen Decke hinauf.
Tappser hatte wohl schon wieder vergessen, dass er uns bei der Nachbarin hatte vorstellen wollen und klopfte bei Eleanore. Ich seufzte und pochte bei der Nachbarin vorsichtig an die Glastür, Cinar folgte mir schnell.
Ich hörte noch, wie die Lady sich freute; «Ach hallooo, du bist wieder daaaaa, komm doch rein!», hinter mir, als auch schon eine relativ grosse Halblingsdame die Tür öffnete. Sie blickte erst zu Cinar hinauf und dann zu mir hinunter.
«Hallo mein Name ist… Yara und die Lady Eleonora hat mir gestern geraten, mich hier vorzustellen. Wir sind eine Abenteurergruppe und ich bin sehr an Pflanzen interessiert und sehe schon die Palmen und Bananenpflanzen und bin begeistert!», sprudelte es aus mir heraus.
«Ah ja, ich bin Tussa. Tretet doch ein, eine Abenteurergruppe sehe ich nicht oft.»
Drinnen war es tropisch warm und es roch erdig und etwas muffig.
«Darf ich euch auf einen Bananenblattsmoothie einladen?»
«Das klingt spannend, das habe ich noch nie getrunken!», freute sich Cinar.
«Ich auch nicht!», freute ich mich.
«Nun, alles, was ich hier anbaue ist nicht von hier. Habt ihr schon etwas von den Tropen gehört?»
«Ja, gelesen habe ich darüber.»
«Ahh, sehr schön. Es ist eines der seltensten Biotope im Multiversum, aber in Faerûn gibt es gleich ein paar!»
«Ja, da kommen wir her!»
«Oh, na dann seid ihr ja nicht weit von einem solchen Fleckchen entfernt!»
«Nein!», freute ich mich, bevor mir es mir wieder einfiel, «also, naja, jetzt schon.»
«Nun, alle Wege führen nach Sigil und alle wieder davon weg. Überallhin.»
Dann reichte sie uns den Smoothie. Er schmeckte interessant nach Heidelbeere, Orange, Banane und Gras.
«Habt ihr auch Pflanzen aus anderen Gegenden des Multiversums?», wollte ich wissen, nachdem Cinar und ich den Smoothie gehörig gelobt hatten.
«Also ich habe hier vorwiegend tropische Pflanzen aus Faerûn, darauf habe ich mich spezialisiert. Fauna habe ich quasi keine hier, nur ein paar Bienen, Schmetterlinge und ein Pfauenpärchen.
«Das ist toll! Die Tropen sind ja sehr artenreich. Ich habe viel darüber gelesen.»
«Was verschlägt euch denn nach Sigil?»
«Versehentliche Herteleportation.»
«Oh, na, das passiert vielen.»
«Ja, und es ist wohl fast unmöglich hier wieder wegzukommen», warf Cinar auch etwas betrübt ein.
«Seid ihr hier geboren?», ich wollte gerade nicht darüber nachdenken.
«Nein, ich komme ursprünglich auch aus Faerûn. Ich habe das alles hier mühsam aufgebaut und importiert. Früher habe ich ab und an mal Reisen nach Faerûn unternommen aber mich dann vor einigen Jahren aus dem Geschäft zurückgezogen.»
«Habt ihr noch einen Schlüssel?», Cinar war hellhörig geworden.
«Ja, aber der ist nutzlos geworden. Sein Portal hat sich irgendwann verändert und führt nun nirgendwo mehr hin.»
«Wie – sowas passiert auch?»
«Ja. Bei meinem Schlüssel konnte ich den Grund nicht herausfinden. Ich nehme an, die Lady of Pain hat sich gedacht, ändern wir es mal oder schliessen es. Ab und zu probiere ich den Schlüssel mal wieder aus aber bislang hat er noch keine Türen geöffnet. Wenn ihr mal wieder Lust auf Obst habt, könnt ihr mich gerne besuchen!»
Da kam mir eine Idee.
«Darf ich etwas versuchen?», und ich nahm den Moosstab hervor.
Es sprossen auf kleiner Fläche einige Farne und dickblättrige Pflanzen, mit kleinen exotischen Blümchen. Ganz anders, als das Moos und die Blumen, die er sonst immer erschuf.
«Ohhh!», freute sich Tussa. «Einige Pflanzen kenne ich noch gar nicht! Könnt ihr noch mehr erschaffen?»
Und ich erschuf einen kleinen tropischen Unterholzteppich unter einer der Palmen.
«Vielleicht passt sich die Magie des Stabes der Fauna der Umgebung an», sinnierten Tussa und ich gemeinsam.
Dann bedankten wir uns für das leckere Getränk, Tussa wünschte uns viel Glück bei unseren Unterfangen und dass wir bei ihr jederzeit wieder willkommen seien. Ihren gierigen Blick auf meinen Moosstab hatte ich nicht übersehen. Was für ein Glück, dass ihn nur Magiebegabte einsetzen konnten.

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