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Sei nett zu deinem Fett! (2)

Sei nett zu deinem Fett! (2)

Im ersten Teil haben wir gesehen, dass unser Fettgewebe viel mehr ist als nur ein Energiespeicher – es ist ein hochaktives Stoffwechselorgan, das zahlreiche Aufgaben übernimmt. Doch was bedeutet das konkret für unseren Körper und unsere Gesundheit? Zeit, noch tiefer in die faszinierende Welt der Fettzellen einzutauchen!

Fettgewebe: Das unterschätzte Multitalent

Unser Fettgewebe ist ein echtes Multitalent. Es besteht nicht nur aus Adipozyten (Fettzellen), sondern auch aus einer Vielzahl anderer Zelltypen wie Blutzellen, Endothelzellen, Perizyten und Vorläuferzellen – die sogenannte stromal-vaskuläre Fraktion. Diese bunte Zellmischung ermöglicht es dem Fettgewebe, als endokrines Organ zu agieren und eine Vielzahl von Hormonen und Botenstoffen zu produzieren.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Fettgewebes gehören:

  • Regulation des Appetits: Hormone wie Leptin, die direkt im Fettgewebe gebildet werden, senden Sättigungssignale an das Gehirn und helfen so, unseren Energiehaushalt zu steuern.
  • Beeinflussung des Stoffwechsels: Fettgewebe produziert Substanzen, die die Insulinsensitivität beeinflussen und so mitbestimmen, wie gut unser Körper Zucker und Fette verwerten kann.
  • Immunfunktion: Fettzellen und die sie umgebenden Zellen setzen entzündungsfördernde und -hemmende Botenstoffe frei. Gerade bei Übergewicht kann dies zu einer chronischen, niedriggradigen Entzündung im Körper führen.
  • Schutz und Isolation: Neben der Speicherung von Energie schützt das Fettgewebe unsere Organe vor mechanischen Einwirkungen und hilft, unsere Körpertemperatur zu regulieren.

Weißes vs. braunes Fett: Ein Unterschied mit Wirkung

Wusstest du, dass es verschiedene Arten von Fettgewebe gibt? Das weiße Fettgewebe ist der Hauptspeicher für überschüssige Energie und übernimmt die meisten der oben genannten Aufgaben. Das braune Fettgewebe hingegen ist spezialisiert auf die Erzeugung von Wärme (Thermogenese) – besonders bei Babys, aber auch bei Erwachsenen gibt es noch kleine Mengen davon. Die vielen Mitochondrien im braunen Fett sorgen für die typische Farbe und ermöglichen die effektive Verbrennung von Fettsäuren zur Wärmeproduktion.

Fett als Hormonfabrik

Das Fettgewebe ist eine regelrechte Hormonfabrik. Es produziert sogenannte Adipokine wie Leptin, Adiponektin, Resistin, TNF-α und Interleukin-6. Diese Substanzen wirken nicht nur lokal, sondern beeinflussen zahlreiche Prozesse im gesamten Körper – von der Immunabwehr über den Blutdruck bis hin zur Blutgerinnung.

Ein Beispiel: Leptin reguliert nicht nur das Hungergefühl, sondern beeinflusst auch das Immunsystem und die Fortpflanzung. Adiponektin wirkt entzündungshemmend und verbessert die Insulinempfindlichkeit – niedrige Werte finden sich häufig bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Fett und Gesundheit: Die Balance zählt

Ein Zuviel an Fett – vor allem im Bauchraum (viszerales Fett) – kann die Produktion bestimmter Adipokine aus dem Gleichgewicht bringen. Das fördert Entzündungen, Insulinresistenz und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere chronische Krankheiten. Gleichzeitig ist eine gesunde Menge an Fettgewebe lebenswichtig: Es schützt uns vor Kälte, Hungerperioden und unterstützt zahlreiche Körperfunktionen.

Fazit: Fett ist nicht dein Feind, sondern ein unverzichtbarer Teil deines Körpers – solange die Balance stimmt. Es lohnt sich also, deinem Fett mit Respekt und Verständnis zu begegnen!

Im nächsten Teil werfen wir einen Blick darauf, wie du dein Fettgewebe durch Ernährung, Bewegung und Lebensstil positiv beeinflussen kannst. Bleib dran!

Quellen

  1. https://flexikon.doccheck.com/de/Fettgewebe
  2. https://zanadio.de/ueber-adipositas/adipokine/
  3. https://www.uni-ulm.de/nawi/naturwissenschaften/nawi-detailseiten/news-detail/article/cortison-rezeptoren-in-fresszellen-schuetzen-vor-insulinresistenz/
  4. https://jem.at/2013/ernaehrungsmedizin/fettgewebe-als-endokrines-organ-189l/
  5. https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/adipokine-158299
  6. https://www.springermedizin.de/emedpedia/detail/paediatrische-endokrinologie-und-diabetologie/fettgewebe-als-endokrines-organ?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-52794-8_20
  7. https://maticnjakshop.com/de-de/blogs/zdrava-prehrana/masno-tkivo-grumen-sala-ili-endokrini-organ
  8. https://www.kup.at/kup/pdf/11202.pdf
  9. https://nutrify-nutrition.com/blogs/educational/wozu-sind-fette-wichtig-funktionen-und-unterschiede-von-fettsauren
  10. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-292006/groesstes-endokrines-organ-des-koerpers/

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