Kurzgeschichten,  Rollenspiel

Curse of Strahd 21 – Burn MF burn

Wilda zog eine Ratte aus dem Hut. Woher kam die denn jetzt plötzlich?
Als Balthasar sich ihr näherte, schien sie interessiert zu sein. Sie schien auch nicht ein Konzept für das Wort «Namen» zu haben. «Sie sagt sie heisst Ratte! Was machen wir mit ihr?»

«Vielleicht kann sie für uns die Küche ausspionieren! Um einen guten Zeitpunkt zu finden für den Weinaustausch!», schlug Wilda vor und begann, auf eindringlich auf die Ratte einzusprechen:
«Guck mal, da ist eine Küche! Da ist Essen! Aber bevor du in die Küche gehst, ich will auch in die Küche! Wenn die Menschen uns sehen, lassen sie uns nicht in die Küche! Die großen auf zwei Beinen dürfen dich nicht sehen und die dürfen mich auch nicht sehen! Geh gucken, wie viele Große da sind!», und die Ratte huschte weg.

Balthasar klopfte an die Tür. Ein Hausmädchen machte auf, die Ratte flitzte an ihr vorbei. Balthasar gab vor, Bauchschmerzen zu haben, damit er reingelassen werden würde: «Mir geht’s nicht gut, ein Klo! Ein Klo!»
«Dann sucht euch eins! Wir sind hier keine öffentliche Toilette! Gehört ihr dazu?», fragte sie dann an uns gewandt.
«Ja, und wir kennen das von ihm schon, ich würde ihn hereinlassen, ansonsten habt ihr hier gleich eine Sauerei!», versuchte ich, das Dienstmädchen zu überreden.
Doch sie schloss die Tür mit den Worten sie könne das nicht entscheiden.
«Also wenn die Tür noch auf ist, könnte ich reingehen», hörten wir Thyrims Stimme aus dem Nichts. Und wir sahen, wie die Tür wie von Geisterhand aufging und hörten Fußstapfen im Haus. Wir sahen noch, wie das Hausmädchen im Haus aus einer Tür auf den Flur heraustrat und wie ganz hinten eine weitere Tür auf- und wieder zuging.

Wir konnten nichts tun, außer zu warten. Also setzten uns neben das Haus, um ein wenig zu picknicken und ich spielte ein paar Liedchen.
Währenddessen kamen ein paar sehr gut zurecht gemachte Damen und klopften an die Tür. Eine weitere sehr gut aussehende Dame machte auf und beschwerte sich, dass es noch so viel zu tun gäbe für das Fest morgen.
Plötzlich merkte Wilda eine Hand auf ihrer Schulter und Thyrim erschien wieder. «Alles erledigt, der Wein ist ausgetauscht.» – «Hast du die Ratte gefunden?» – «Das dürfte die hier sein?», Thyrim zeigte auf die bekannte Ratte, die sich in ihrem Umfang verdoppelt hatte und noch Krümel an ihrer Nase hängen hatte. Sie hatte es sich in einer seiner Taschen gemütlich gemacht.

Während wir berieten was wir machen sollten, kam eine Person aus dem Haus, die aussah wie ein Koch mit einem Korb in der Hand. Er ging Richtung Stadtplatz, wo Izek sich sein Mittagessen gönnen würde. Wir schlichen unauffällig hinterher. Er stoppte bei einem kleinen Lokal und stellte da den Korb auf den Tisch, drapierte sich selbst daneben und wartete. Wir stellten uns auf und taten so, als würden wir uns unterhalten und Stände ansehen.
Mit der Zeit schien der Koch nervös zu werden. Er schaute sich um, verlagerte sein Gewicht von einem Bein auf das andere, schien generell unsicher zu sein. Als sei ihm das auch neu.
«Hm, hat er vielleicht den Wein schon getrunken? Thyrim?»
«Nein, der Wein ist noch im Korb, es ist auch kein anderer rangegangen.»

Der Koch schien von unsicher zu sauer geworden zu sein, nahm den Korb und drängte sich mit wutrotem Gesicht an uns vorbei: «Säuferpack! Hält den Plan wieder nicht ein, ich will einmal erleben, dass ein Plan hier funktioniert in dem Haus!»
Wir gingen wieder mit etwas Abstand hinterher und sahen noch, wie der Koch wutentbrannt die Tür zum Haus des Bürgermeisters zuknallte.
Ich versuchte, was zu spielen und Menschen auf der Strasse zu unterhalten, aber alles klang so schief. Meine Kopfschmerzen brachten mich um und die Gliederschmerzen machten es auch nicht gerade einfach, mein Instrument zu bedienen. Wilda schunkelte ein wenig mit, auch wenn die Musik alles andere als gut war und mein Gesicht wohl eher schmerzverzerrt aussah. Auch Balthasar machte ein paar Tricks und sprühte einige Funken. Ein paar Leute sahen uns kurz zu aber gingen bald weiter. Viel Aufsehen erregten wir nicht.
Sy parkte den Wagen mit Rookie wieder. Unsere Gruppe war auffällig unauffällig.

Plötzlich spitzten Arwenya und Yatsuka die Ohren, als würden sie etwas hören. Aus dem Haus, aus einem offenen Fenster hörten sie zwei Stimmen. Der Koch regte sich lautstark auf, dass er wieder alles umsonst vorbereitet hatte. Die andere Stimme meinte, «er» sei zurück gekommen und hätte jemanden im Schlepptau gehabt und «er» war am Kopf verletzt!
Eigentlich war das doch die Chance! Wenn er verletzt war, dann würde er vielleicht umso mehr saufen wollen.
«Ich wäre dafür, wir warten und hoffen, dass er den Wein umso mehr saufen will, wenn er verletzt ist. Dann wird er abends seine Runde machen und dann könnten wir ihn in einer Seitengasse hoffentlich alleine abpassen.»
Wir warteten. Und warteten. Einmal hörten wir schwere Schritte, die in die Küche kamen. «Wein», blaffte eine Stimme. «Natürlich, ich habe noch den Korb…hier!», die Stimme des Kochs wirkte plötzlich gar nicht mehr so sauer oder genervt, sondern eher unterwürfig.
Dann warteten wir weiter. Und weiter. Eigentlich sollte Izeks Runde schon vorbei sein. Hm.
«Thyrim, wolltest du nicht schon immer mal jemanden im Schlaf erstechen?», fragte ich.
«Also ich kann auch jemand anderen unsichtbar machen, der sich freiwillig meldet und mehr Erfahrung im Menschen umbringen hat! Freiwillige vor!» – «Ach joa, ich habe ja sowas wie Halblingsglück!», sagte Wilda, als hätte sie auf ihre Chance gewartet.
«Aber sieh dich vor, seine Axt ist scharf!»

Thyrim sprach ein kurzes Zauberwort (bitte!) und Wilda war weg. Sie berichtete später, was passiert war: Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis sie das richtige Zimmer gefunden hatte. Izek sass auf einem Stuhl und schien zu schlafen. Er war ganz schön angeschlagen und sein linkes Ohr war quasi abgerissen gewesen. Auf dem Bett lag eine gefesselte Person – Ireena! Der Raum war über und über mit Puppen übersät, die Ireena zum verwechseln ähnlich sahen!
Wilda stellte sich hinter den Stuhl und zückte ihren Dolch. Neben dem Stuhl lag die Flasche mit dem vergifteten Wein. Wilda schlitzte ihm die Kehle auf! Aber sie rutschte etwas ab. Izek schreckte hoch! Die Halblingsdame versuchte es nochmal und stieß diesmal ihr Kurzschwert in Izeks Seite! Er stand noch aber war sehr angeschlagen. Die Wunde am Hals blutete stark. Das war der Moment, in dem wir die Stimme Wildas in unseren Köpfen hörten: «Er ist angeschlagen! Kommt!»

Wohin? Fragte ich mich. Wir kamen zum Haus und hörten es im Obergeschoß krachen. Wir stürmten die Treppe entgegen aller Vorsicht hoch und sobald wir um die Ecke in den Flur, von dem Izeks Zimmer abging kamen, sahen wir einen keuchenden, blutenden Izek, der versuchte, etwas Unsichtbares von seinem Rücken zu entfernen. Wilda!
Ich schaffte es, ihn kurz durch einen Lachanfall kampfunfähig zu machen, dann traf Sy ihn mit einem Pfeil mitten in die schon bestehende Halswunde! Izek hatte nun ein Ziel, strauchelte fast über Haku und schlug nach ihm, doch traf nur den Rahmen der Zimmertür. Thyrim: «Willst du noch unsichtbar bleiben?»
Eine irre lachende Wilda antwortete: «Nein!» und wurde auf dem Rücken von Izek wieder sichtbar. Ein Bild für die Götter! Thyrim streckte die Hand aus und Izek fasste sich an die Stirn, wo sich das Gewebe anfing, bläulich schwarz zu verfärben. Arwenya griff an ihr Amulett, schickte ein Stoßgebet an ihre Göttin und vier leuchtende Strahlen schlugen auf Izek ein. Tirx ging als nächstes einen Schritt nach vorne, zur Zimmertür, um die wir uns alle versammelt hatten und griff mit seinem Großschwert an. Dadurch dass nicht so viel Platz war, stach er wie mit einem Degen auf Izek ein, das Großschwert stach durch ihn hindurch. Izek fiel auf ein Knie und kippte dann nach vorne und blieb so. Das war ja viel zu einfach, dachte ich mir noch. Doch dann…

Plötzlich wurde der Raum warm. Izeks dämonischer Arm schwoll rot leuchtend an und es wurde richtig heiß. Dann regte er sich wieder und veränderte seine Form. Er wurde größer und rot. Wilda hing immer noch an ihm und stach weiter auf ihn ein, bevor sie mit einem «Auauauau heiß!», von ihm wegspringen musste.
Wir mussten weiter gegen den neuen, verformten Izek kämpfen. Nach ein paar Angriffen von uns sprang er plötzlich zur Tür des Raums vor und griff Tirx an. Wir kämpften nicht mehr gegen einen Menschen, er schien übermenschliche Kräfte entwickelt zu haben! Und dann fing es auch noch an zu brennen! Er rammte seine Axt Tirx zwischen die Rüstung, dann traf ihn Sy mit seinem Bogen, der Kampf war zäh. Und warm. Eigentlich hätte ich es genießen können, nach der Kälte im Bergdorf aber das war dann selbst mir zu warm.
Bei Izeks nächstem Angriff fing Tirx Waffe an zu glühen und er musste sie fallen lassen! Der Boden unter uns fing nun auch an zu brennen, der Rauch war beißend und ich musste extrem husten. Tirx hob sein Schwert wieder auf und stach nochmal auf Izek ein.
Dann schlug Izek seine Axt in den Boden und ein kleiner Funkenwirbel entstand! Hatte er denn nie genug? Doch wir kämpften verbissen weiter. Plötzlich kippte Tirx um! Er war ohnmächtig! Doch Arwenya schickte ein Stoßgebet an ihre Göttin und seine Wunden schlossen sich schnell! Irgendwann merkten wir, wie Izeks Kraft etwas nachließ. Doch er kämpfte in Rage. Thyrim blutete aus so vielen Wunden – ich konnte sie kaum noch zählen! Doch zum Glück konnte ich ihn auch mit etwas Heilmagie wieder stärken und auch seine Wunden schlossen sich schnell.
Da schoss Sy einen Pfeil nochmals genau in die Halswunde Izeks und – das wars! Er kippte um und schien tot zu sein. Wilda kam Ireena auf dem Rücken tragend aus dem brennenden Zimmer heraus und rannte die Treppe hinunter, um dem beißenden Rauch zu entkommen. «Wartet, wir brauchen einen Beweis!», rief Tirx, während er Izeks Kopf mit seinem Schwert absäbelte und in einen Beutel steckte. Nachdem wir auch seine Taschen durchsucht hatten, nahmen wir die Beine in die Hand und rannten in Richtung Sicherheit des Blue Water Inn. Betend, dass uns niemand erkannt habe.

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