Kurzgeschichten,  Rollenspiel

Curse of Strahd 20 – Rotkehlchen bleibt Rotkehlchen

Wir trafen uns beim Frühstück. Mein Kopf platzte.
Die Gruppe beschloss, dass es wohl erst mal an der Zeit war, meine Sucht zu heilen. Beim Abt. Ohh, mir tat alles weh. Ich war schnell damit einverstanden. Also gingen wir nach dem Frühstück schnell los. Rookie blieb in Vallaki, wir wollten ja nur kurz hin und zurück.

Wir beeilten uns etwas und kamen relativ schnell in Krezk an. Der Abt war nicht bei seinem Teich, also liefen wir den Bergweg hoch. Oben angekommen gingen wir durch das erste Tor und vernahmen ein leises Schnarchen aus dem Wachturm. Ich schleppte mich weiter Richtung Haupthaus. Doch das Tor war zu, ich klopfte an, Wilda öffnete die Tür. Sie war offen.
Aus der Richtung des Sanatoriums kam und Clovin schon entgegen.
«Hallo, wir suchen den Abt, kannst du uns sagen, wo er ist?» – Wilda
«Er wollte ins Dorf aber vielleicht ist er in der Kapelle?» und er humpelte mit uns dahin und stieß die Tür auf. Vasilka und der Abt saßen an der Tafel und hielten eine Lehrstunde ab.
Der Abt drehte sich zu uns um.
«So schnell hatte ich euch gar nicht zurück erwartet, ich dachte ihr wolltet wiederkommen, wenn Madame … wieder da ist?»
«Nun ja…», sagte ich und erklärte ihm, wie es mir ging.
«Ich hatte mich schon gewundert, warum ihr mich das letzte Mal nicht nach Heilung gefragt habt. Ihr könntet aber auch ins Sanatorium und auf konservative Art mit der Behandlung heilen. Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man den schnellen Weg wählt.»
«Jedoch wäre ich wahrscheinlich für Tage im Sanatorium. Ich wähle trotzdem den schnellen Weg. Und der Abt kam auf mich zu, legte eine Hand auf meinen Panzer. «Seid ihr sicher?» – «Ja.»
Und die Kopf- und Gliederschmerzen ließen langsam nach. «So, noch einmal ordentlich schlafen und dann sollte auch die Erschöpfung wieder besser werden.»
«Ganz herzlichen Dank! Was für eine Labsal!»

Als wir wieder draußen waren, fiel mir etwas wieder ein: «Sy, hast du den Blumenkranz noch? Wir wollten ihn doch noch jemandem übergeben.» – «Stimmt ja! Oh jaa, ich bin neugierig! Wo war dieser noch gleich?»

Das Sanatorium roch komisch. Direkt hinter der Eingangstür stand eine riesige Kreatur. Größer als Tirx! Ein Wesen aus unterschiedlichsten Patchwork-Körperteilen! Alles war mit einem groben Garn zusammengenäht und alles wirkte übernatürlich groß und grotesk an ihm. Die Augen wirkten wie Murmeln, komplett glasig und leer. Sy holte den Blumenkranz hervor. «Dies ist ein Gruß von Vasilka!»
Die Kreatur regte sich nicht. Sie sah uns aus ihren leeren Augen an. Sy legte den Blumenkranz vor ihm hin.
Ich ging auf die Kreatur zu und umarmte sie. Was für ein großartiges Wesen! Es sah mich stumm an. Ich trat wieder zurück. «Gut, wir können gehen!»
Bis wir gingen, guckte uns der Golem hinterher. Reglos.

Dann machten wir uns auf den Weg zurück nach Vallaki.
Otto schnarchte immer noch leicht in seinem Wachturm. Als wir vorbeigingen, wachte er kurz erschrocken auf, doch als er uns sah lachte er erleichtert und ging wieder seiner Wachtätigkeit nach.
Wir machten uns relativ hastig wieder auf den Weg zurück nach Vallaki. Ein Rotkehlchen sorgte für ein wenig Verwirrung bei Yatsuka und Arwenya aber manchmal ist wohl ein Rotkehlchen einfach nur ein Rotkehlchen.

Wieder vor Vallakis Toren wurden wir etwas argwöhnisch begutachtet. Kurz bevor wir ankamen, murmelte Thyrim eine Zauberformel und wurde unsichtbar. Es waren heute noch mehr Wachen da, als gestern. Auf der Mauer waren sogar Wachen stationiert und je näher wir dem Tor kamen, desto angespannter schienen die Wachen zu werden. Sy zeigte unseren Passierschein vor und wir wurden reingelassen. Es war ein wunderbarer sonnendurchfluteter Tag, genau richtig, um Izek den vergifteten Wein unterzujubeln.

Sy ging wieder ins Blue Water Inn, um sich um Rookie zu holen und wir machten uns auf zum Haus des Bürgermeisters. Es war noch vor Mittag, ungefähr die Zeit, in der Izek langsam aufsteht und noch bevor ihm sein Mittagessen mit zwei Flaschen Wein zum Stadtplatz gebracht wurde. Als Sy wieder zu uns stieß, machten wir uns auf zum Haus des Bürgermeisters.

Dort angekommen schlichen sich Wilda und der immer noch unsichtbare Thyrim einmal ums Haus, um herauszufinden, wo die Küche war, damit Thyrim sich einschleichen und den Wein austauschen konnte.
Sie kamen ganz aufgeregt zurück: «Die Magd ist gerade in den Weinkeller gegangen, um den Wein für Izek zu holen!»

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